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Die Wirkung der Dinge als Problem empirischer Forschung Call for Papers (pdf) GWTF Jahrestagung 2010 am 26. und 27. November 2010 an der Technischen Universität Berlin. Call for papers
Die Materialität der Welt hat wieder Einzug in die Sozialwissenschaften gehalten und dort vor allem Großtheorien hervorgebracht oder befruchtet. Wer die Bedeutung von Natur und Technik für menschliches Handeln herausstellen will, kann dies unter Verweis auf die Actor-Network Theory tun, sich auf Konzepte von Sachen als sozialen Strukturen beziehen oder die Interaktivität der Dinge herausstellen. Demgegenüber haben die forschungspraktischen Probleme des Umgangs mit den Dingen weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Wer die Wirkung von technischen Artefakten und Prozessen oder von Naturphänomenen im sozialen Handeln erfassen, vergleichend beschreiben und analytisch einordnen will, findet kaum methodologische oder methodische Unterstützung. Dinge empirisch zu erforschen ist für die Sozialwissenschaften deshalb so schwierig, weil ihre natürlichen oder technischen Eigenschaften immer in Vermischung mit sozial konstruierten Bedeutungszuschreibungen wirken. Wenn Sozialwissenschaftler die Intervention des Nichtsozialen in soziales Handeln beobachten und in Erklärungen integrieren, müssen sie zwangsläufig die Domäne ihrer Disziplin verlassen und sehen sich mit genuin naturwissenschaftlichen oder technikwissenschaftlichen Fragen konfrontiert. Mit diesem Problem sind viele Fachgebiete und Disziplinen konfrontiert. Neben der Wissenschafts- und Technikforschung behandeln die Organisations-, Medien-, Architektur-, Konsum-, Wirtschafts-, Medizin-, Körper- und viele weitere Bindestrich-Soziologien Fragen, bei denen sie sich oft in technische und naturwissenschaftliche Kontexte begeben (müssen). Aber auch andere Disziplinen wie die Archäologie, Geschichte, Ethnologie, Anthropologie, Politologie und Rechtswissenschaften erforschen oft die Wirkung von technischen und/oder natürlichen Gegenständen. Nicht zuletzt verlangen Querschnittsbereiche wie Sicherheit, Mobilität oder Umwelt eine empirische Erforschung der Wirkung von Dingen. Mit der Konferenz möchten wir Kolleginnen und Kollegen aus all diesen Bereichen einladen, ihre praktischen Erfahrungen mit der Erforschung von Dingen auszutauschen. Dabei wollen wir die forschungspraktischen und konzeptionellen Probleme in den Mittelpunkt stellen, auf die wir stoßen, wenn wir die Wirkung der Dinge empirisch analysieren und erklären wollen. Wir schlagen hierzu drei Fragekomplexe vor, die sich durch alle Bereiche ziehen: 1. Wann werden technische und natürliche Gegenstände und ihre Wirkungen auf Gesellschaft relevant für sozial- und geisteswissenschaftliche Forschungen? Welche unserer Forschungsfragen lassen sich ohne Rekurs auf natürliche oder technische Gegenstände beantworten, und welche erfordern eine Untersuchung der Dinge? 2. Wie können wir die Wirkungen der Dinge empirisch untersuchen und vergleichend beschreiben? Eine naheliegende und häufig angewendete Forschungsstrategie besteht darin, sich auf die Wahrnehmungen der befragten oder beobachteten Akteure zu verlassen, die mit den Dingen interagieren. Unter welchen Bedingungen reicht eine solche Strategie aus, unter welchen Bedingungen müssen wir eine von den Untersuchten unabhängige Perspektive auf die Dinge erarbeiten? Wie kann das gelingen? 3. Wie können wir die Wirkungen der Dinge in unsere disziplinär geprägten Erklärungen einbauen? Wie können wir die dafür notwendigen vergleichenden Analysen durchführen? Wie lassen sich Wirkungen der Dinge mit sozialen Faktoren in eine Erklärung integrieren? Abstracts von ca. einer Seite erbeten bis zum 25.Juli 2010 an Dr. Cornelius Schubert, cornelius.schubert@tu-berlin.de |
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Zuletzt aktualisiert am 11.06.2010 [zum Seitenanfang] |